Faktenbefund
Fast 30 Prozent der Befragten geben an, dass es schwerer geworden ist, neue Kontakte zu knüpfen und sich in der Organisation angeschlossen zu fühlen. Gleichzeitig berichten 80 Prozent von gesteigerter Produktivität, und über 60 Prozent verteilen ihre Arbeitszeit inzwischen annähernd gleichmäßig auf Büro und Wohnung. Die Studie nennt den Rückgang informeller Begegnungen soziale Erosion. Beide Werte sind Selbsteinschätzungen; die Studie weist Verteilungen und wahrgenommene Wirkungen aus, keine Ursachenzusammenhänge.
Digital-Fitness-Lesart
Die Zahl trennt zwei Effekte, die in der Debatte über Anwesenheitstage zu einem Urteil verschmelzen. Im Aktivierungsfeld Erleben liegt das Potenzial „Ungehobenes Raumwissen“ (POT-E-ERLEBEN-02): Die Menschen erleben täglich, was die Arbeitsorte mit ihrer Arbeit machen, dieses Wissen fließt nirgends zusammen, während die Flächen bezahlt werden. Festgehalten wird das unter anderem vom Hybrid Blindspot und vom Ghost Office. Der Baustein Raum & Umgebung (EMO-05) hebt es und aktiviert die Raum-Gestaltungsfähigkeit: Wir können unsere physischen und hybriden Arbeitsorte auf Basis echter Signale gestalten — also Rhythmus und Fläche so setzen, dass Begegnung wahrscheinlich wird, statt Anwesenheit zu verordnen.
Handlungsfrage
Wann hat in Ihrer Organisation zuletzt jemand eine hilfreiche Information von einer Person bekommen, mit der kein Termin geplant war?
Das Fraunhofer IAO hat im Sommer 2024 bundesweit knapp 3.000 Personen aus einem breiten Querschnitt von Branchen und Unternehmensgrößen befragt; veröffentlicht wurde die Auswertung 2025. Es ist die dritte Studie des Innovationsverbunds „Connected Work", der Herausgeber hat kein Produkt im untersuchten Feld. Erhoben wurden Verteilungen und wahrgenommene Wirkungen, keine Ursachenzusammenhänge: Sowohl die Produktivität als auch die Anschlussschwierigkeit sind Selbsteinschätzungen der Befragten.