KI-Kompetenz wächst dort, wo Lernen organisiert wird

Studienbesprechung

KI-Kompetenz wächst dort, wo Lernen organisiert wird

80 Prozent der Befragten nutzen KI-Werkzeuge regelmäßig, aber nur 29 Prozent fühlen sich damit wirklich vertraut. Gelernt wird längst — überwiegend auf eigene Faust. Wer dieses Lernen organisiert, kommt laut CompTIA auf 47 Prozent hohe Vertrautheit.

In vielen Unternehmen sind KI-Werkzeuge längst im Alltag angekommen — der sichere Umgang damit ist es nicht. Eine neue Erhebung zeigt aber auch: Gelernt wird bereits, nur überwiegend auf eigene Faust. Genau darin liegt der Hebel, denn organisiertes Lernen führt messbar zu mehr Können.

Werkzeuge im Alltag, Können im Rückstand

Der Befund stammt aus dem AI Skills Tracker des US-Branchenverbands CompTIA — einer Verbandsbefragung unter mehr als 1.000 Business- und Technologie-Verantwortlichen, erhoben im Juni 2026 und am 21. Juli 2026 veröffentlicht. Es ist die erste Ausgabe einer Reihe, die den Abstand zwischen KI-Einsatz und KI-Können regelmäßig messen soll.

Die beiden Kernzahlen stehen dicht nebeneinander und erzählen für sich schon die Geschichte: 80 Prozent der Befragten greifen mehrmals im Monat zu KI-Werkzeugen. Aber nur 29 Prozent bezeichnen ihre Vertrautheit mit diesen Technologien als hoch. Anders gesagt: Die Werkzeuge sind da und werden benutzt — das Verständnis dafür, was sie können, wo sie zuverlässig arbeiten und wo nicht, hält damit nicht Schritt.

Dass es sich nicht um eine amerikanische Eigenheit handelt, zeigt der Blick nach Deutschland. Die Weiterbildungsstudie 2026 des TÜV-Verbands (Forsa, 500 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, Februar 2026) findet dasselbe Muster in umgekehrter Blickrichtung: Digitale Anwendungskompetenz ist die am häufigsten genannte Weiterbildungsbaustelle überhaupt, und 27 Prozent der Unternehmen haben ihre Beschäftigten bislang zu KI geschult.

Gelernt wird längst — nur nebenbei

Der interessantere Teil des Befunds ist nicht die Lücke, sondern das, was in ihr passiert. Die Befragung beschreibt das KI-Lernen als weitgehend informell: Mehr als 60 Prozent eignen sich ihr Wissen über allgemeine Kanäle an — Videos, Social-Feeds, Community-Beiträge — statt über ein Programm ihres Arbeitgebers. Nur rund ein Drittel der Unternehmen (34 Prozent) verlangt überhaupt eine KI-Schulung von seinen Beschäftigten.

Das ist zunächst eine gute Nachricht: Die Neugier ist da, die Menschen investieren eigene Zeit, niemand muss zum Lernen getragen werden. Es ist zugleich der Punkt, an dem Organisationen Wert verschenken. Wer sich sein Wissen aus zufällig gefundenen Quellen zusammensucht, lernt, was gerade sichtbar ist — nicht das, was für seine Rolle und für die Arbeit im eigenen Haus zählt. Als größte Hürden nennt die Befragung folgerichtig zwei alltägliche Dinge: fehlende Zeit und Unklarheit darüber, welche Fähigkeiten überhaupt gebraucht werden.

Beides sind Fragen, die eine Einzelperson kaum lösen kann, eine Organisation aber sehr wohl.

Gezieltes Lernen zahlt sich messbar aus

Die aussagekräftigste Zahl der Erhebung ist deshalb eine Vergleichszahl. Unter den Befragten, die gezielt an ihren KI-Fähigkeiten arbeiten, bezeichnen 47 Prozent ihre Vertrautheit als hoch — gegenüber 29 Prozent im Gesamtdurchschnitt. Derselbe Zeitaufwand, ein deutlich anderes Ergebnis, sobald das Lernen eine Richtung hat.

Für ein Unternehmen ist das eine ungewöhnlich handfeste Aussage. Sie besagt nicht „schult mehr", sondern: Die Energie ist bereits im Haus, sie fließt nur ungerichtet ab. Wer ihr eine Richtung gibt — indem er benennt, welche Fähigkeiten in welcher Rolle zählen, und Lernzeit an echten Arbeitsfällen verankert —, hebt den Ertrag, ohne das Budget zu verdoppeln.

Damit berührt das Thema unmittelbar die Frage, wie handlungsfähig eine Organisation im ständigen digitalen Wandel bleibt — das, was ConnectiveX digitale Fitness nennt: mit Veränderung Schritt halten können, ohne sich in jedem Umbruch neu erfinden zu müssen. Betroffen ist hier die Frage, ob die Menschen den Wandel tragen können — im Digital-Fitness-Framework von ConnectiveX die Dimension Readiness, also die Lern- und Kompetenzbasis, auf der jede weitere Digitalisierung aufsetzt.

Ein zweiter Grund, das jetzt anzugehen, kommt aus dem Rechtsrahmen: Die europäische KI-Verordnung verlangt in Artikel 4 seit dem 2. Februar 2025, dass Beschäftigte, die KI-Systeme einsetzen, über ausreichende KI-Kompetenz verfügen. Diese Pflicht ist von der jüngsten Fristverschiebung für Hochrisiko-Systeme ausdrücklich nicht berührt. Wer Kompetenzaufbau ohnehin plant, erfüllt damit zwei Zwecke auf einmal.

Jetzt Potenzial freilegen

Drei Schritte, die sich ohne großes Programm gehen lassen:

  • Sichtbar machen, welche Fähigkeiten zählen. Für zwei bis drei Rollen festhalten, welche KI- und Digitalfähigkeiten die Arbeit dort wirklich braucht — und wo die größte Lücke sitzt.
  • Das vorhandene Selbstlernen einsammeln. Wer im Team nutzt KI wofür, mit welchen Erfahrungen? Dieses Wissen liegt bereits vor und lässt sich in einer Stunde heben.
  • Einen Lernpfad an einem echten Fall verankern. Nicht ein Training buchen, sondern eine priorisierte Lücke bis zur Anwendung in der laufenden Arbeit begleiten.

Mit den Aktivierungsbausteinen von ConnectiveX gehen Sie genau diese Schritte. Die Kompetenz-Landkarte (RDY-01) macht in einem überschaubaren Format sichtbar, welche Fähigkeiten kritisch sind und wo die Lücken liegen — die Grundlage dafür, Lernzeit dorthin zu lenken, wo sie wirkt. Die Learning Journey mit Transfer (RDY-02) setzt darauf auf und begleitet eine dieser Lücken bis zum Punkt, an dem der neue Skill im Arbeitsalltag tatsächlich eingesetzt wird — nicht im Seminarraum. Beide lassen sich einzeln aktivieren: Beginnen Sie mit der Landkarte, und nehmen Sie den Lernpfad dazu, sobald die erste Lücke feststeht.

Wo Ihre Organisation heute steht, zeigt der Digital-Fitness-Quickcheck in wenigen Minuten. Einen Überblick über alle Bausteine finden Sie auf der Aktivierungsbausteine-Seite.

Quellen

  • CompTIA: AI Skills Tracker — Mitteilung „Survey of business and tech leaders reveals persistent gap between corporate AI adoption and workforce readiness", 21.07.2026. Zur Mitteilung
  • TÜV-Verband: Weiterbildungsstudie 2026 (Forsa, N = 500 Unternehmen ab 20 Beschäftigten, Feld Februar 2026), veröffentlicht 25.06.2026. Zur Studie
  • SHRM: Navigating AI in the Workplace 2026 (N = 5.875 Beschäftigte, USA, Feld März/April 2026). Zum Report
  • Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Artikel 4 — KI-Kompetenz, anwendbar seit 02.02.2025. Zum Rechtstext

Framework-Bezug

Fitness-Level 2 · Anti-Pattern: Training-as-Checkbox, Capability Blindness · Skills: Lernbedarfe systematisch identifizieren, Lernpfade gestalten, Transfer in den Alltag absichern · Design-Pattern: Feedback Loop · Aktivierungsbausteine: RDY-01 Kompetenz-Landkarte, RDY-02 Learning Journey mit Transfer

Dieser Beitrag wurde KI-gestützt erstellt und redaktionell geprüft. Trotz sorgfältiger Bearbeitung können Fehler nicht ausgeschlossen werden. Mehr zur Transparenz