Blinder Fleck

Prozesse sind dokumentiert, nicht verstanden

Prozess-Handbücher existieren – Realität sieht anders aus.

infrastructureprozesserealität

Typ

Blindspot

Cluster

-

Sichtbarkeit

PUBLIC

Status

PUBLISHED

Beschreibung

Qualitätsmanagement hat Prozesse dokumentiert, visualisiert, zertifiziert. Der Blind Spot: Dokumentierte Prozesse und gelebte Praxis klaffen auseinander. Menschen folgen informellen Wegen, weil formale Prozesse zu langsam, zu komplex oder nicht passend sind.

Führung sieht Dokumentation und glaubt an Compliance. Die Realität: Workarounds, Schatten-Prozesse, "so machen wir das eigentlich nicht".

Framework-Struktur

S.P.O.T.

S.P.O.T.

S - Surface

An der Oberfläche existieren Prozess-Dokumentationen, Handbücher, ISO-Zertifizierungen. Management sieht: Prozesse sind klar und etabliert.

S.P.O.T.

P - Peripheral

Peripher entstehen Signale: Workarounds sind Standard, informelle Wege dominieren, neue Mitarbeitende lernen "wie es wirklich geht", Audit-Compliance vs. Alltags-Realität.

S.P.O.T.

O - Origin

Der Ursprung liegt in der Verwechslung von Dokumentation und Realität. Prozesse werden designed ohne Nutzer-Perspektive. Die Annahme: Wenn es dokumentiert ist, wird es so gemacht. Die Realität: Menschen folgen dem Weg des geringsten Widerstands.

S.P.O.T.

T - Turn

Die Wende gelingt durch Value Stream Mapping: Tatsächliche Abläufe verstehen. Durch Prozess-Reality-Checks: "Wie funktioniert es wirklich?" Durch Co-Design: Prozesse mit Nutzern entwickeln.

Use Cases, Stories & Hinweise

Erkennbar durch:

  • "Offiziell machen wir X, tatsächlich Y"
  • Workarounds sind Standard, nicht Ausnahme
  • Neue Mitarbeitende werden informell eingearbeitet: "Vergiss das Handbuch"
  • Audits zeigen Compliance, Alltag zeigt Chaos

Story: Ein aufwendiges ERP-System mit definierten Prozessen. Niemand nutzt es wie vorgesehen. Stattdessen: Excel-Listen, E-Mails, persönliche Absprachen. Das Handbuch liegt im Schrank – die Realität läuft anders.

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